Sonntag, 31. Januar 2016

Im Grunde bin ich wirklich entsetzt


Eigentlich habe ich angefangen zu schreiben, damit gesunde Leute sehen, wie schnell es gehen kann, dass man im Rollstuhl sitzt und mit was für Problemen man dann auf einmal konfrontiert ist.
Ich habe 1143 Facebook Freunde aber komme nur auf 203 Gefällt mir Angaben .
Jeder redet immer davon, dass Behinderte doch kein Problem sind, sind ja Menschen wie Du und ich ... ach echt?
Das habe ich bisher leider nur sehr selten feststellen können.
Jeder von uns hat Vorbehalte, sobald er nen Rollstuhl sieht. Da geht es von: `Hoffentlich braucht derjenige keine Hilfe von mir`, bis hin zu `Schau da nicht hin, der/die is behindert`
Das ist der Lieblingssatz von Eltern an die Kinder, die meist sehr neugierig sind, was meinen Rolli betrifft. Sie sollen ja kommen und fragen, nur anfassen lasse ich weder mich noch meinen Rolli von Fremden. Ich habs ja nicht am Kopf, sondern kann nur nicht laufen „wink“-Emoticon Leider ist Rollstuhl für viele gleichbedeutend mit geistiger Behinderung ... warum auch immer. Es gibt ja sehr viele Leute wie mich, die sind geistig top fit, nur der Körper spielt nicht mehr mit.
Wenn man weiter so ignorant ist, ist es doch kein Wunder, wenn man sich als `Behinderter` ausgeschlossen fühlt.
Das fängt in den Köpfen der einzelnen Leute an und zieht sich hin bis zu Architekten, die Restaurants, Häuser, Bahnhöfe usw bauen, die ein Rollifahrer nicht betreten kann.
Wenn ich gefragt werde, kommt Ihr mit in die Stadt zB zum Essen, dann ist die erste Frage die ich habe: `Kann ich da auf die Toilette gehen?` und `Komme ich da überhaupt rein?´ Wie oft haben wir schon etwas absagen müssen, weil es für mich einfach gar nicht möglich gewesen ist, in ein Restaurant zu kommen, oder es gab nur Toiletten im Keller.
Habt Ihr Euch schonmal umgesehen, wenn Ihr essen oder tanzen geht oder oft auch nur zum Bäcker oder einkaufen, wie oft es Stufen vor der Tür gibt, oder sonstige Stolperfallen, die ich leider nicht überwinden kann.
Heute habe ich einen anderen Blog gelesen. Eine Frau, sie sitzt auch im Rolli, gibt Seminare für Studenten und Physiotherapeuten in der Ausbildung, wie geht man mit einem behinderten Menschen um. Warum wird soetwas nicht gleich weitergegeben, gerade wenn man in einem Beruf arbeitet, wo es höchstwahrscheinlich ist, dass man auf Behinderte trifft?
Wir sind schon echt ein armes Land „frown“-Emoticon
Erst muss die Ignoranz aus den Köpfen der Leute, bevor sich nachhaltig etwas für uns ändern kann.
Denkt beim nächsten Einkauf oder Restaurantbesuch vielleicht mal an meine Worte zurück und schickt mir ein Feedback darüber. Ich bin echt gespannt.
So, das lag mir schon eine Weile auf dem Herzen ...jetzt gehts mir besser „wink“-Emoticon
In diesem Sinne, immer Kopf hoch und lächeln „smile“-Emoticon
Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende
Tammy 


Das hier war mein letzter Facebook Post, den ich am 22.01.2016 geschrieben habe.
Zwar habe ich eine ganze Menge Feedback darauf bekommen, das reicht mir aber noch lange nicht ...

„kiss“-Emoticon

4 Kommentare:

  1. Ich kenne das nur zu gut. Ich selber sitze nicht im Rollstuhl, arbeite aber seit Jahren mit Menschen mit Behinderungen zusammen und so Reaktionen der Menschen ist manchmal einfach nur erschreckend und sehr verletzend. Seit ich das Wort Inklusion das erste mal gehört habe, habe ich schon gesagt dass das in Deutschland nie klappen wird. . Viel geschafft wurde ja auch wirklich noch nicht !

    AntwortenLöschen
  2. Ja Sille, das ist das grosse Problem. Jeder kocht nur sein eigenes Süppchen und geht nicht als Gruppe vor. Leider.
    Aber noch gebe ich die Hoffnung ja nicht auf ... irgendwas schaffe ich noch *TSCHAKKA ;)

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Tammy, die Diskriminierung und Ignoranz kenne ich zu gut, die Menschen wollen einfach nicht begreifen, dass es ihnen oder jemandem aUS der Behörde schon morgen genauso ergehen kann. Und in Behörden geht man mit Behinderten anders um als in den Medien immer berichtet wird, von wegen Rücksichtnahme, ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Schikanen auch Behinderten gegenüber oder iftmals gerade bei solchen Personen an der Tagesordnung sinder, was ich für so ein fortschrittliches Land erschreckend finde. Ich wünsche mir, dass das Bewusstsein aller Schritt für Schritt verändert wird, das muss aber in den Schulen und im Elternhaus, in der Öffentlichkeit anfangen. Das Thema müsste Viel häufiger und anders in den Medien gebracht werden und vor allem im Alltag könnte man Events oder Begegnungen mit Behinderten organisieren. Es gäbe einiges an Ideen, wenn man Kinder und auch ältere Menaschen mit einbeziehen würde. Aber hier leicht ist das Denken des Menschen so wie im Tierreich: Nur der Starke und Junge , Gesunde hat eine Chance und ist beliebt.Solache Denkmuster müssen aufgebrochen werden.

    AntwortenLöschen
  4. Ja, da muss sich viel ändern. Die Welt spielt zur Zeit eh verrückt, aber ich hoffe, es kommt bald ein Wandel und alle erlernen konsequent achtsames Verhalten.

    AntwortenLöschen